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Um den Massenmittelpunkt (MMP) der resultierenden Platte zu bestimmen, wird diese zunächst in zwei Flächen unterteilt. Da wir davon ausgehen, dass die Masse der Platte homogen verteilt ist (was bei planparallelen Platten meist der Fall ist), werden die beiden Flächen als Punktmassen betrachtet, die in den jeweiligen Massenmittelpunkten liegen. Dadurch wird die Massenverteilung als Zweikörper-Problem beschrieben und der gemeinsame MMP der beiden Punktmassen entspricht dem MMP der gesamten Platte.
Bei geschickter Wahl dieser Teilflächen können die Koordinaten der MMP aus Symmetrie-Überlegungen bestimmt werden. Eine mögliche Wahl wäre die Unterteilung der Form in zwei Rechtecke, wie in der Graphik dargestellt. Die Unterteilung in Rechtecke ist naheliegend, da der MMP eines Rechtecks (bei homogener Massenverteilung) im Schnittpunkt der Diagonalen liegt. In der Graphik sind die beiden Flächen farbig unterlegt und ihre jeweiligen MMP als \(S_1\) und \(S_2\) bezeichnet. (Eine Andere Wahl der Flächen wäre genauso möglich, ebenso eine Unterteilung in mehr als zwei Teilflächen --> Bonusaufgabe!)
Der gemeinsame MMP muss dann auf der Verbindungslinie zwischen den beiden Schwerpunkten \(S_1\) und \(S_2\) liegen.
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Der MMP einer diskreten Massenverteilung, wie wir sie modelliert haben, ist definiert als:
\(\vec S = \frac{m_1 \cdot \vec s_1 + m_2 \cdot \vec s_2}{m_1 + m_2}\)
Wobei \(\vec s_1\) und \(\vec s_2\) die Ortsvektoren der MMP der beiden Teilflächen sind.
Die Koordinaten dieser Ortsvektoren lassen sich aus geometrischen Überlegungen bestimmen. Die MMP ergeben sich durch Halbieren der Seitenlängen der jeweiligen Teilflächen. Dadurch ergeben sich (siehe Graphik):
\(\vec s_1 = \begin{pmatrix} 3\\3\\ \end{pmatrix} \qquad , \qquad \vec s_2 = \begin{pmatrix} 4\\7,5\\ \end{pmatrix}\)
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Da es sich um eine homogene Massenverteilung in der planparallelen Platte handelt, ist das Verhältnis der jeweiligen Massen der Teilflächen gleich dem Verhältnis ihrer Flächeninhalte. Die Dicke \(d\) der Platte ist nicht näher spezifiziert, da es sich aber um eine planparallele Platte handelt, muss \(d=const.\) gelten.
Die Masse würde sich berechnen durch \(m_i = \rho \cdot V_i \qquad\qquad \qquad(i=1,2)\), wobei das Volumen \(V_i = a_i \cdot b_i \cdot d\) ist.
Für das Verhältnis der Massen gilt \(\frac{m_1}{m_2} = \frac{\cancel{\rho}\cdot a_1\cdot b_1 \cdot \cancel{d}}{\cancel{\rho} \cdot a_2 \cdot b_2 \cdot \cancel{d}} = \frac{a_1\cdot b_1}{a_2\cdot b_2} = \frac{A_1}{A_2}\), es lassen sich also die Massen der Teilflächen durch deren Flächeninhalte ausdrücken.
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Somit ergibt sich für den gemeinsamen MMP der Punktmassen und damit den MMP der Platte:
\(\vec S = \frac{A_1\cdot \vec s_1 + A_2 \cdot \vec s_2}{A_1 + A_2} = \frac{6\cdot6\cdot\, \begin{pmatrix} 3\\3\\ \end{pmatrix} + 4\cdot 3\cdot\, \begin{pmatrix} 4\\ 7,5\\ \end{pmatrix}}{36+12} =\)\(\frac{1}{48}\cdot\,\left[36\cdot\, \begin{pmatrix} 3\\3\\ \end{pmatrix} + 12\cdot\, \begin{pmatrix} 4\\ 7,5\\ \end{pmatrix}\right] = \frac{1}{48}\cdot\, \begin{pmatrix} 156\\198\\ \end{pmatrix}\)
\(\vec S=\begin{pmatrix}3,25\\ 4,125 \end{pmatrix}\)