Lösungsweg
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Antwort 4 ist korrekt.
Die erste Maxwellgleichung der Elektrostatik in differentieller Form lautet:
\(\nabla \,\, \cdot \,\, \vec{E} \,\, = \,\, \frac{\rho}{\epsilon_{0}}\)
Hierbei ist \(\rho\) die Ladungsdichte, \(\epsilon_{0}\) die elektrische Feldkonstante. Die Divergenz eines Vektorfeldes (hier das \(\vec{E}\)-Feld) wird als Quelldichte oder Quellstärke interpretiert. Hier ist also die Quelldichte des \(\vec{E}\)-Feldes direkt proportional zur Ladungsdichte. Eine höhere Ladungsdichte bedeutet eine höhere Quellstärke des \(\vec{E}\)-Feldes.
Auf beiden Seiten der Gleichung wird das Volumsintegral angewandt.
\(\,\, \displaystyle \,\, \int _{V} \,\,\,\, \nabla \,\, \cdot \,\, \vec{E} \,\, \,\, dV \ \,\, = \,\, \displaystyle \,\, \int _{V} \,\,\,\,\,\,\,\, \frac{\rho}{\epsilon_{0}} \,\, \,\, dV \ \,\,\)
Für die rechte Seite der Gleichung gilt:
\(\,\, \displaystyle \,\, \int _{V} \,\,\,\,\,\,\,\, \frac{\rho}{\epsilon_{0}} \,\, \,\, dV \ \,\, = \,\, \frac{Q}{\epsilon_{0}}\)
Das Volumsintegral über die Ladungsdichte \(\rho\) der Kugel ist gleich der Gesamtladung \(Q\), welche in der Kugel enthalten ist.
Auf der linke Seite der Gleichung wird der Gauß'sche Integralsatz angewandt.
\(\,\, \displaystyle \,\, \int _{V} \,\,\,\, \nabla \,\, \cdot \,\, \vec{E} \,\, \,\, dV \ \,\, = \,\, \displaystyle \,\, \oint _{A} \,\,\,\, \,\, \vec{E} \,\, \cdot \,\, \vec{df}\)
Der Gaußsche Integralsatz besagt, dass das Volumsintegral der Divergenz eines Vektorfelds über ein gewisses Volumen \(V\)gleich dem Oberflächenintegral über die geschlossene Fläche \(A\) dieses Volumens ist. Der Flächenvektor \(\vec{df}\) steht orthogonal zum unendlich kleinen Flächenstück \(df\) der Oberfläche \(A\). Man interpretiert physikalisch das Oberflächenintegral eines bestimmten Vektorfelds über eine Oberfläche als den Fluss dieses Vektorfelds, welcher durch diese Fläche ein- oder austritt.
Somist haben wir die Gleichung:
\(\,\, \displaystyle \,\, \oint _{A} \,\,\,\, \,\, \vec{E} \,\,\cdot \,\, \vec{df} \ \,\, = \,\, \frac{Q}{\epsilon_{0}}\)
Der Fluss des \(\vec{E}\)-Feldes durch die geschlossene Oberfläche \(A\) ist gleich der Gesamtladung \(Q\) in der Kugel (dividiert durch die elektrische Feldkonstante).
Eine stärkere Ladung bedeutet also einen stärkerer Fluss des elektrischen Feldes.
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Das \(\vec{E}\)-Feld hängt nur von dem radialen Abstand \(r\) vom Mittelpunkt ab und steht daher orthogonal auf jedem unendlich kleinen Flächenstück \(df\) der Oberfläche A. Der Flächenvektor \(\vec{df}\)ist orthogonal auf dem Flächenstück \(df\). Daher sind die Feldvektoren des \(\vec{E}\)-Feldes parallel zu den Flächenvektoren \(\vec{df}\) der Oberfläche. Wenn 2 Vektoren parallel sind, dann kann bei der Berechnung des Skalarprodukts deren Richtung weggelassen und nur mit dessen Beträgen gerechnet werden (Das Skalarprodukt der Einheitsvektoren der beiden Vektoren ergibt 1).
\(\,\, \displaystyle \,\, \oint _{A} \,\,\,\, \,\, \vec{E} \,\, \cdot\,\, \vec{df} \ \,\, = \,\, \displaystyle \,\, \oint _{A} \,\,\,\, \,\, E \,\, \,\, df \ \,\,\)
Beim Oberflächenintegral einer Kugel ist der Radius \(R\) konstant und man integriert über die sphärischen Winkel. Da das \(\vec{E}\)-Feld aber nur vom radialen Abstand \(r\) abhängt, kann es vor das Integral gezogen werden weil das Integral nur über die spärischen Winkel berechnet wird.
\( E \,\, \cdot \,\, \displaystyle \,\, \oint _{A} \,\,\,\, \,\, df \ \,\,\)
Für ein Integral über eine Kugel müsste man Kugelkoordinaten einführen. Man weiß aber, dass die Oberfläche einer Kugel mit Radius \(r\) gleich \(4 \,\, \cdot \,\, \pi \,\, \cdot \,\, r^2\) ist. Hier ist wichtig zu betonen, dass wir das elektrische Feld außerhalb der Kugel betrachten. Wir schauen uns also eine imaginäre Kugel mit Radius \(r\) an, welche größer als die eigentliche Kugel mit Radius \(R\) ist (wie in der beistehenden Skizze dargestellt).
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Jetzt sieht unsere Gleichung folgendermaßen aus:
\(\,\, E \,\, \cdot \,\, 4 \,\, \cdot \,\, \pi \,\, \cdot \,\, r^2 \,\, = \,\, \frac{Q}{\epsilon_{0}} \,\,\)
Daher gilt für den Betrag des elektrischen Felds \(\vec{E}\) außerhalb der Kugel:
\(\,\, E(r) \,\, = \,\, \frac{1}{4 \,\, \cdot \,\, \pi \,\, \cdot \,\, \epsilon_{0}} \,\, \cdot \,\, \frac{Q}{r^2}\)
Das ist aber genau die Form des \(\vec{E}\)-Felds eines punktförmigen Ladung \(Q\). Das elektrische Feld außerhalb einer homogen geladenen Kugel ist gleich wie das elektrische Feld einer Punktladung.
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